Egal unter welcher Erkrankung oder Missstimmung der Körper leidet, es ist wichtig bei einer Behandlung die vorherrschende Konstitution zu berücksichtigen. Wichtig zu wissen ist, dass sich der Mensch nie ganz einem der vier Elemente zuordnen lässt. Es sind immer alle vier Konstitutionstypen im Menschen vorhanden, davon eins aber dominiert und so zum Lebensthema wird. Die Konstitution des Menschen kann sich verschieben, z.B. bei Erkrankungen, durch die Geburt eines Kindes, Wechseljahre, durch die Ernährung, klimatisch oder psychosomatische Einflüsse, und vieles mehr.

Der Körper ist keine lebloses Ding, sondern ein sensibler Organismus, der sich an die jeweilige Tageszeit, Jahreszeit oder den jeweiligen Lebensabschnitten durch Veränderung anpasst. Der Körper reguliert ständig die Feuer-Wasser-Balance und bring dabei durch „Mischung“ diese vier unterschiedlichen Zustände hervor:

  • warm und feucht
  • warm und trocken
  • kalt und trocken
  • kalt und feucht

Diese Mischung, die den vier Elementen zugeordnet werden, stehen also für Anpassungsreaktionen des Körpers an das Hier und Jetzt der Umwelt. Z.B. Wenn im Sommer trockene Hitze vorherrscht, versucht der Körper sofort im Inneren nach Kalt-Feucht auszuweichen, um die warm-trockene Aussenbelastung auszugleichen.

In der Naturheilkunde geht es nicht um biochemische Zusammenhänge, die man im Reagenzglas überprüft, sonder um ein jahrhundertelang bewährtes System und einer aussagekräftige Typenlehre. Mit deren Hilfe man lebensnah die Veränderungen und Rhythmen des eigenen Körpers wahrnehmen und in einen grösseren Kontext stellen kann.

Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, dort will sie schädliche Stoffe ausleeren.

Paracelsus

Der Phlegmatiker – Element Wasser – kalt und feucht

Dem Wasser entspricht der Schleim oder das Phlegma. Das flüssige von Wasser ist kühl, lebensspendend und Inbegriff der grössten Vitalität und Fruchtbarkeit. Zuviel Schleimanteil im Körper macht allerdings auch antriebslos und müde. Diese Menschen neigen zu Übergewicht. Die Muskeln sind eher weich. Gelenke und Gefässe und Sehnen sind am Körper kaum sichtbar. Diese Menschen haben oft kalte und feuchte Hände und sind empfindlich gegenüber Kälte. Die Haut ist eher fettig, die Gesichtsfarbe blass, die Augen feucht. Der Charakter des Phlegmatikers ist eher distanziert, gelassen, beständig, ruhig und entschlossen. Er hat einen starken Willen und ist nicht sehr ehrgeizig. Er kann gut zuhören, ist diplomatisch und hat Familiensinn. Sport ist nicht seine Leidenschaft. Die Verdauung ist unregelmässig. Er neigt zu sauren Aufstossen, Blähungen und zum Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung. Er schläft gerne und lang.

Der Appetit ist eigentlich immer vorhanden, aber selten übermässig geprägt. Sie haben eine Vorliebe für Milchprodukte, stärkereiche Speisen und alles was Süss ist. Der Stoffwechsel solcher Menschen ist eher schwach, passiv und kalt. Sie neigen schnell zu Wasseransammlungen und lagern auch gerne andere Stoffe ein und es kommt dadurch schnell zu Sekretstauungen im Körper. Sie leiden häufig unter Venenentzündungen, Magenverstimmungen, Schilddrüsen-Unterfunktion, Übergewicht, Atemwegserkrankungen, geschwollenen Gelenken, Cellulite, Wasseransammlungen in den Beinen und Nierenproblemen.

Der Sanguiniker – Element Luft – warm und feucht

Das Element Luft hat im Blut die grösste Bedeutung für den Menschen und macht ihn von Meerestier zum Luftatmer. Alles was mit der Luft zu tun hat, bestimmt auch das Wesen und den Charakter des Sanguinikers. Diese Menschen sind meist Fröhlich, haben Charme, und eine endlose Energie. Solche Menschen scheinen einen Meter über den Boden zu schweben und den Kopf in den Wolken zu haben. Die Konstitution des Sanguiniker ist rot, flüssig und warm. Menschen dieses Temperamentes erröten sehr schnell wenn Ihnen etwas peinlich ist. Diese Konstitution herrscht solange vor, bis der Mensch die Last der Verantwortung bewusst wird. Die Vorherrschende Zeit des Sanguiniker ist in der Jugend. Manche Menschen lehnen dieses Erwachsenwerden ganz ab. Dann zeigt sie auch noch im Erwachsenenalter mehr oder weniger stark dieses Charakteristik des Sanguinikers. Die Körperbau des Sanguiniker ist eher schlank. Seine Haut ist glänzend bis leicht fettig, das Gesicht rosig die Augen feucht. Er liebt gemässigtes Klima und hat warme, leicht feuchte Hände. Er ist extrem extrovertiert, umtriebig, und genießerisch. Er ist kontaktfreudig und ein guter Freund.

Der Appetit ist ziemlich ausgeprägt, mit einer Vorliebe zu herzhaften Speisen. Bei diesen Typus funktioniert die Verdauung normalerweise problemlos, aber durch Überessen können Funktionsstörungen auftreten. Ihr Stoffwechsel ist aktiv, warm und reaktionsfreudig. Diese Menschen neigen zu erhöhten Harnsäurewerten, Blutzuckerwerten oder Cholesterinwerten. Sie leiden häufig an Nasenbluten, Atemwegserkrankungen und haben Probleme mit der Blase. Frauen haben eine starke Menstruation, neigen zu Allergien und habe oft unreine Haut. Wenn Sanguiniker krank werden, ist es oft akut. Die meisten Erkrankungen sind entzündlicher Natur, z.B. Entzündungen des Herzens, der Nieren, der Gelenke. Immer ist die Ursache zu grosse Hitze und Feuchtigkeit.

Der Choleriker – Element Feuer – warm und trocken

Der Choleriker wird von der gelben Galle, der Cholera geprägt, die von der Leber produziert wird. Das Element Feuer dominiert im Erwachsenenalter. Ein bekannter Ausdruck wird für den Choleriker verwendet und zwar der „Hitzkopf“ er neigt oft zu Übertreibungen. Man sieht im das Temperament oft schon im Gesicht an, roter Kopf, sie müssen Dampf ablassen und schlagen gerne auf den Tisch. Das feurige Temperament verbrennt zu rasch die Körperflüssigkeiten. Solche Menschen sind von Hirnschlag bedroht. Das Rauchen ist bei solchen Menschen besonders schädlich, denn das Trockene und Warme des Rauchs, löst beim Choleriker Rastlosigkeit aus und entwickelt entzündliche Erkrankungen. Rauchende Choleriker erleiden deshalb oft einen Herzinfarkt und Hirnschlag, was wohl von einer zu starken Austrocknung des Körpers herführt. Darüber hinaus schwächt es die Lebensenergie.

Der Appetit ist stark ausgeprägt, aber unregelmässig. Heisshungerattacken sind keine Seltenheit. Diese Menschen haben oft Verlangen auf salzig-würzige Speisen und auf Alkohol. Die Verdauung ist stark angeregt und aktiv. Sie neigen zu Magenprobleme, Sodbrennen und Reflux. Der Stoffwechsel ist sehr aktiv und heiss. Zu den Gesundheitlichen Problemen zählen: Fieber, Infektionen, Entzündungen, Leber-Gallenprobleme, Übersäuerung, Gastritis, Magengeschwüre, häufige Kopfschmerzen, rote Augen, hohe Cholesterinwerte, Nervosität, Stresszustände Burn-out-Syndrom und diffuse Herzrhythmusstörungen. Diese Menschen leiden oft an Bluthochdruck und Gallenbeschwerden. Sie schwitzen sehr viel und die Sommerhitze bereitet ihnen mühe. Der Schlaf ist oberflächlich und oft mit Vorzeitigen Aufwachen am frühen Morgen, und unter Stress leiden sie häufig unter Einschlafschwierigkeiten. Körperlich ist der Choleriker athletisch bis gedrungen. Seine Haut ist trocken und rau. Sie frieren nie auch nicht im Winter. Ihr Temperament ist überschiessend, sie sind schnell wütend und können äusserst Zornig werden. Bei überwiegend sitzender Tätigkeit, neigen diese Menschen oft zu Übergewicht.

Der Melancholiker – Element Erde – kalt und trocken

Der Melancholiker wird von der schwarzen Galle, der Melancholie, beherrscht. Die Säfte werden in der Milz gebildet und sind schwarz, kalt und trocken. Das Element Erde dominiert im höheren Alter, es betont den Erdkontakt man wird Bodenständiger und manchmal auch etwas melancholischer. Im Alter verspürt man auch mehr den Sinn nach Intellektuellem. Man möchte wissen, wie die Dinge wirklich sind. In diesem Lebensalter verspürt man auch das die Anforderungen am Leben nachlassen, man wird weniger gebraucht und spürt die eigene Sterblichkeit an Körper und Seele stärker. Dies kann sehr schnell in eine grosse Melancholie ausarten. Seine Stimmung ist oftmals bedrückt und kann zu Grübeleien ausarten.

Der Appetit dieser Menschen ist wechselhaft, je nach Stimmung können völlige Appetitlosigkeit oder im Gegensatz dazu Heisshungerattacken auftreten. Die Verdauung ist wechselhaft und oft Blähungen und krampfartigen Schmerzen begleitet. Diese Menschen haben das empfindlichste Verdauungssystem von allen Typen. Ihr Stoffwechsel ist entweder passiv oder wechselhaft. Schilddrüsenprobleme sind nicht selten. Die Schwachpunkte des Erdelementes sind: Appetitlosigkeit, Untergewicht, Nervosität, Verstopfung, Erschöpfung, Trockenheit, niedriger Blutdruck, Arthritis, schwaches Immunsystem, Depressionen, Schwindel, Müdigkeit, Unterzuckerung, Nierenprobleme. Diese Menschen leiden oft an Einschlafschwierigkeiten, bei Stress sogar komplette Schlaflosigkeit. Sie sind sehr gefühlsbetont und empfindsam und sind eher introvertiert und meist Einzelgänger. Solche Menschen vergessen nie etwas, sind hochkonzentriert und kreativ.

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